Bürokratie von Anfang an

Bald soll ein neuer (deutscher) Erdenbürger geboren werden. Das geht natürlich nicht ohne Bürokratie!

Es sind noch gute acht Wochen bis zur Geburt und es geht los.

  1. Mutterschaftsgeld
    • Wer: Berufstätige Frauen, die Anspruch auf Krankengeld haben.
    • Wo: Krankenkasse (gesetzlich Versicherte) oder Bundesversicherungsamt (privat Versicherte oder familienversicherte Frauen in der gesetzlichen Versicherung) und beim Arbeitgeber
    • Wann: Spätestens 7 Wochen vor errechnetem Geburtstermin
    • Unterlagen: Formloser Brief, Attest des Frauenarztes über die Schwangerschaft
  2. Kinderarzt
    • Wer: Sollte jeder haben
    • Wann: Am besten kümmert man sich schon vor der Geburt um einen Kinderarzt. Nicht alle Ärzte in der Nähe nehmen stets neue Patienten auf. Besonders bei einer geplanten ambulanten Geburt wird das wichtig, da die U2 zwischen Tag 3 und 10 nach der Geburt stattfinden soll.
  3. Geburtsurkunde
    • Wer: Jeder
    • Wo: Örtliches Standesamt; Meist kann man den Antrag gleich nach der Geburt in der Geburtsklinik/Geburtshaus einreichen. Dort wird er dann weitergeleitet.
    • Wann: Innerhalb von 7 Tagen nach der Geburt
    • Unterlagen: Geburtsbescheinigung der Klinik/Geburtshaus/Hebamme; Heiratsurkunde; Bei nicht verheirateten Paaren braucht der Vater eine Vollmacht erbringen, diese kann schon vor der Geburt besorgt werden
  4.  Elternzeit
    • Wer: Berufstätige Frauen
    • Wo: Beim Arbeitgeber
    • Wann: Spätestens 7 Wochen vor dem geplanten Beginn der Elternzeit / Innerhalb der ersten 7 Tage nach der tatsächlichen Geburt. Zunächst ist man normalerweise 8 Wochen nach der Geburt in Mutterschutz. Die beim Arbeitgeber zu beantragende Elternzeit beginnt also 8 Wochen nach der Geburt. Somit hast du 1 Woche nach der Geburt Zeit, weil man da ja sonst nichts zu tun hat…
  5. Krankenversicherung
    • Wer: Jeder
    • Wo: Krankenasse
    • Wann: Bald nach der Geburt, Bald schon stehen sämtliche Vorsorgeuntersuchungen für den kleinen Wurm an. Der Kinderarzt wird eine Versichertenkarte haben wollen
    • Unterlagen: Meine gesetzliche Krankenversicherung hat mir einen Antrag auf Familienversicherung beim Mutterschaftsgeldbescheid mit beigefügt. So konnten wir schon vor der Geburt alles ausfüllen und mussten nur noch die Geburtsurkunde für die KV mit beifügen. Diese bekommt man vom Standesamt nachdem man 3. erledigt hat.
  6. Elterngeld
    • Wer: Jeder, der keiner vollen Erwerbstätigkeit nachgeht
    • Wo: Örtliche Elterngeldstelle (https://www.elterngeld.net/elterngeldstellen.html)
    • Wann: Spätestens 11 Wochen nach der Geburt des Kindes
    • Unterlagen: Geburtsurkunde des Kindes und ausgefüllter Elterngeldantrag (www.elterngeld.net)
  7. Kindergeld

 

Ich rate jedem alle Formulare schon vor der Geburt so weit wie möglich auszufüllen und Umschläge zu beschriften. Viel Glück!

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Phantastische Wesen (Hebammen) und wo sie zu finden sind

Wikipedia sagt:

„Eine Beleghebamme ist eine selbständig (freiberuflich) arbeitende Hebamme, die mit einer oder mehreren Geburtskliniken einen Belegvertrag abgeschlossen hat. Beleghebammen bieten schwangeren Frauen eine Geburtsbegleitung von Anfang bis Ende in der Klinik an, in der sie vertraglich tätig werden dürfen. Dazu bedarf es in der Regel einer frühzeitigen Anmeldung in der Schwangerschaft, da die Nachfrage hoch ist und zudem ein Vertrauensverhältnis zwischen Hebamme und Schwangerer entstehen soll.“

Wenn man die Hebamme, die einen unter der Geburt begleitet, schon vorher kennen möchte, muss man sich frühzeitig kümmern. Frühzeitig bedeutet spätestens im zweiten Schwangerschaftsmonat. Also eigentlich bevor man die Nachricht der Schwangerschaft selbst verdaut hat, bevor man Freunden von der guten Neuigkeit erzählt hat und vielleicht sogar bevor die Schwangerschaft durch einen Arzt bestätigt wurde, ruft man wildfremde Menschen an und hofft, dass einer davon Zeit für einen hat.

Beleghebammen bieten darüber hinaus Vorsorgeuntersuchungen und manchmal Wochenbettbetreuung an.

Die Alternative ist sich mit einer, zwei oder drei (je nachdem wie lange das Erlebnis Geburt dauert) Schichthebammen im Krankenhaus zu arrangieren und zu hoffen, dass man mit denen gut klar kommt. Vorsorgeuntersuchungen kann man beim Arzt machen lassen. Nur fürs Wochenbett muss man sich selbst kümmern, wenn man eine Betreuung haben möchte. Im Falle einer schweren Geburt, einer Dammnaht, eines Kaiserschnittes oder einfach falls es das erste Kind ist, kann eine Wochenbetthebamme Gold wert sein.

Wie finde ich die Beleghebammen?
Ich empfehle auf der Website des nächstgelegenen Krankenhauses nach Beleghebammen zu suchen oder einfach auf der Geburtsstation direkt anzurufen und um Auskunft zu bitten.

Das A und O sind dennoch timing. Frau muss sich schon früh kümmern, wenn man eine Gesamtbetreuung aus einer Hand haben will. In Betracht der Schwierigkeit, Dringlichkeit und Intimität des Prozesses Schwangerschaft, Geburt und Co frage ich mich warum es zwar Wedding Planer, aber keine Geburtsplaner gibt. Oder habe ich davon vielleicht einfach noch nie gehört?